Spielbericht 2. Runde Bezirkspokal VfL Wildenfels Herren gegen SV Union Milkau und Netzkante I e.V.

Spielbericht 2. Runde Bezirkspokal VfL Wildenfels Herren gegen SV Union Milkau und Netzkante I e.V.

Dieser Pokalspieltag stand ganz unter dem Motto „Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze“. 4 Mannschaften kämpften um einen Finalplatz. Mit gewisser Brisanz erwarteten wir die Göltzschtaler Mannschaft, hatten wir ihnen in der letzten Saison doch in souveräner Weise einen Playoff-Platz weg geschnappt.

Beim ersten Spiel – Netzkante gegen Göltzschal – stellten wir das Schiedsgericht und staunten wie die Spaßtruppe „Netzkante“ die Trommeltruppe aus Göltzschtal besiegte.

Danach waren wir an der Reihe. Es hieß, Milkau zu schlagen. Eine bockstarke Truppe mit baumlangen Männern, derzeitiger ungeschlagener Tabellenführer und unsere Endstation im Pokal letztes Jahr. Nach der unnötigen Niederlage in der Liga am vergangenen Spieltag hatten wir uns vorgenommen, endlich wieder Spaß am Volleyball zu haben und unsere Heimstärke auszuspielen. Personell waren wir, wie im Pokal mittlerweile üblich, relativ dünn besiedelt. Doch der Coach und sein „Adjutant“ hatten eine genaue Fehleranalyse des verlorenen Spieles vorgenommen und stellten uns perfekt auf das Spiel ein.

Nun lag es also an uns, zu verlieren hatten wir eigentlich nichts. Wir starteten mit einer starken Annahme, einem sicheren Aufschlag und guter Blockarbeit. Mit längerer Spielzeit bekamen wir mehr Sicherheit und verteidigten unsere Führung bis zum ersten Satzgewinn. Der zweite Satz lief analog und blieb bis zum Schluss spannend. Aus kurzen Tiefs erholten wir uns überraschend und so gewannen wir am Ende auch den zweiten Satz. Nun kam der dritte Satz, in den letzten Spielen oft der Knack-und negative Wendepunkt. Konnten wir aus unseren Fehlern lernen und uns mental im Spiel halten? Überraschend zeigten wir in allen Bereichen eine gewisse Konstanz auf hohem Niveau. Doch Milkau ist nicht umsonst Tabellenführer und spielte ebenfalls stark auf. Und es kam wie es kommen musste. Wir verloren den dritten Satz, wenn auch knapp und mit einer zweifelhaften Schiedsrichterentscheidung. Das positive war, wir zeigten bis zum Schluss eine starke Moral und kämpften um jeden Punkt, hakten Fehler schnell ab und zeigten Teamgeist.

Diesen Schwung und den Biss nahmen wir in den vierten Satz mit. Wir schworen uns, weiter zu kämpfen und weiter unsere Leistung zu zeigen. Mit positiver Stimmung, taktisch super genommenen Auszeiten, klaren und ruhigen Hinweisen und mit den Zuschauern im Rücken schafften wir wieder von Anfang an in Führung zu liegen und diese immer wieder zu verteidigen. Doch Milkau erwies sich als wahrer Wadenbeißer und es blieb bis zum Schluss spannend. Unser kleinster – dem Alter nach zumindest – setzte den Schlusspunkt mit einem sensationellen Angriff in die Zone es Gegners. 3:1 hieß es am Ende – wir wurden für eine tolle Leistung und eine tolle Moral belohnt.

Doch im Finale standen wir noch nicht. Es musste immer noch ein Spiel gewonnen werden. Wir standen in Gefahr den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Ein Gegner die nicht nur mit Geräuschen nahezu identisch der Tierwelt des Urwaldes, sondern auch durch starke Leistung und vor allem Leidenschaft zu überzeugen wussten. In der Kabine wurde versucht fachlich über eine Truppe mit dem Spaßname „Netzkante“ zu reden.

Und diese Einstellung zeigte sich von Anfang an in unserem Spiel. Uns fehlte es an Spannung, an Einsatzbereitschaft und einer notwendigen Ernsthaftigkeit. So waren zeitige Auszeiten mit lauteren Ansprachen notwendig um uns wieder in die Spur zu bringen. Wir gewannen zwar den ersten und zweiten Satz, doch überzeugend und schön anzusehen war es in keinerlei Weise. Nach den zwei gewonnen Sätzen, war auch dem Gegner der Zahn endlich gezogen – hochfrequent geschrien wurde zumindest nicht mehr. Ein kläglich vergebener Satzball war der einzige Höhepunkt im dritten Satz. Der Jubel über einen gewonnen Bierkasten war dem Anschein nach größer, als der Jubel über den Finaleinzug.

Am Ende erfüllten wir die Pflichtaufgabe mit 3:0 und haben nun die Möglichkeit uns im Finale gegen die SI Volleys aus Freiberg für die Liganiederlage zu revanchieren und „das Ding“ zu holen.

Wir lernten an diesem Spieltag, dass wir in der Lage sind auch große Mannschaften zu schlagen, dass kein Gegner zu unterschätzen ist, dass unter dem Basketballkorb außerhalb der Halle ist, dass wir die geilsten Zuschauer haben und dass unser abgespeckter Läufer nach zwei intensiven Spielen krampfgezeichnet nach Hause humpelt.